Gruppe 11: Kitzelbare Nase

Something Useless but Wonderful – Unsere kitzelbare Nase aus dem Makers Lab

Manchmal entstehen die besten Ideen genau dann, wenn man sich vornimmt, etwas vollkommen Unnützes zu bauen. Genau das war die Aufgabe in unserem Makers Lab: „Something useless but wonderful“. Also etwas, das keinen praktischen Nutzen hat.
Nach einigem Brainstorming landeten wir bei einer Idee, die genauso absurd wie unterhaltsam ist: eine kitzelbare, 3D-gedruckte Nase, montiert auf einem lasergecutteten Holzpodest.

Die Idee

Die Nase sollte nicht einfach nur ein statisches Objekt sein, sondern auf Berührung reagieren – fast so, als hätte sie ein Eigenleben. Unser Ziel war es, eine kleine Interaktion zu schaffen, die Menschen zum Schmunzeln bringt: Man kitzelt die Nase, sie juckt, sie macht Geräusche – und mit etwas Glück niest sie sogar.
Damit das nicht nur wie ein billiger „Knopf mit Sound“ wirkt, wollten wir eine klare Dramaturgie:
ein nervöses „Anbahnen“, dann ein kräftiger Nies‑Moment, anschließend ein Kommentar‑Spruch – und danach eine kleine Erholungsphase, bevor die Nase wieder „kitzelbereit“ ist.

Der Aufbau

Das Herzstück unseres Projekts ist eine 3D-gedruckte Nase, die fest auf einem laser­gecutteten Holzpodest montiert ist. In der Nase selbst haben wir:
LEDs verbaut, die aufleuchten, wenn es zum „Niesen“ kommt
einen Touch‑Sensor, der erkennt, wenn die Nase gekitzelt wird
eine einzelne LED an der Nasenspitze, die im Ruhezustand schwach rot glimmt und beim Kitzeln immer stärker wird

Technisch passiert die Berührungserkennung über ein kapazitives Touch‑Modul (TTP223). Innen an der Nasenspitze sitzt Kupferband, das wie eine große Touch‑Fläche funktioniert. Sobald man die Nase berührt, verändert sich das elektrische Feld minimal – und das Modul meldet „Touch“ an den Controller.
Wird die Nase über einen längeren Zeitraum berührt, beginnt sie zunächst, kleine Geräusche von sich zu geben, die das niesende Unheil ankündigen. Bleibt man hartnäckig – und hat ein wenig Glück – niest die Nase tatsächlich.

Im Code ist das wie eine kleine „STATE MACHINE“ aufgebaut:
kurzer Touch → ein kurzer Sound („first touch“)
langer Touch → ein längerer Sound („long touch“)
danach (wenn man dranbleibt) → Niesen

Damit das Ganze beim Kitzeln nicht sofort abbricht, toleriert der Controller sogar kurze Unterbrechungen (weil beim Kitzeln der Kontakt nicht immer perfekt gleichmäßig ist).

Was genau nach dem Niesen passiert

Nach dem Niesen passiert gleich mehrere Dinge gleichzeitig:
Ein LED‑Streifen in der Nase leuchtet auf (bei uns adressierbare LEDs, damit wir eine saubere Animation machen können)

Während des Nies‑Sounds wird das Licht immer heller, flackert kurz und dimmt danach wieder sanft herunter. Danach gibt die Nase einen dummen, aber charmanten Spruch von sich, zum Beispiel: „Das war jetzt nötig.“

Die Sounds kommen nicht „hart codiert“, sondern liegen als MP3s auf einer microSD‑Karte. Die Dateien sind in Ordnern organisiert (z. B. „kurzer Touch“, „langer Touch“, „Niesen“, „Spruch danach“). Der Controller wählt pro Aktion zufällig eine Datei aus dem passenden Ordner – dadurch klingt es jedes Mal ein bisschen anders und wirkt weniger „robotisch“.

Die Technik im Podest

Auch das Holzpodest selbst steckt voller kleiner Details:
In der oberen linken Ecke befindet sich eine Segment‑Anzeige, die die Uhrzeit des letzten Niesens anzeigt (total sinnlos). In den unteren Bereichen sind Lautsprecher verbaut, die die Geräusche wiedergeben
Auf der linken Seite sitzen zwei Regler:
– Einer für das Intervall, also wie lange die Nase braucht, bis sie wieder niesen darf (Cooldown)
– Einer für die Lautstärke der Lautsprecher

Die Stromversorgung erfolgt ganz pragmatisch über einen USB‑C‑Anschluss, der im unteren Segment des Kastens sichtbar verbaut ist.

Welche Bauteile stecken drin

ESP32: Das „Gehirn“ – wertet Touch aus, steuert Licht, startet Sounds, verwaltet den Cooldown

DFPlayer Mini: MP3‑Player‑Modul, spielt die Sounds von der microSD‑Karte ab
PAM8403 Verstärker: macht den Sound laut genug für die Lautsprecher

Lautsprecher: geben Niesen, Geräusche und Sprüche aus

Adressierbare LEDs (z. B. WS2812‑Strip): sorgen für das animierte Licht in Nase/Podest

TTP223 + Kupferband: Touch‑Sensor, damit die Nasenspitze wie eine „Kitzelfläche“ funktioniert
RTC (Echtzeituhr‑Modul DS1302): hält die Uhrzeit, damit die Nase den Zeitpunkt des letzten Niesens „merkt“

Segment/Alphanumerisches Display (I2C‑Display): zeigt die Uhrzeit (bzw. die Uhrzeit des letzten Niesens) an

2 Potentiometer: Drehregler für Lautstärke und Cooldown

Kondensatoren (Elkos): stabilisieren die Stromversorgung, damit LEDs & Audio keine Reset‑Spikes verursachen

Wie die Teile zusammenarbeiten

Der Touch‑Sensor meldet dem ESP32: „Da fasst jemand die Nase an.“
Der ESP32 entscheidet anhand der Dauer: kurzer Touch oder langer Touch.
Passend dazu startet er am DFPlayer einen Sound (über den Verstärker und die Lautsprecher hörbar).
Wenn lange genug gekitzelt wird, startet der ESP32 den Nies‑Sound und parallel die LED‑Animation.
Danach folgt ein Spruch – und anschließend eine Pause (Cooldown), die man am Regler einstellen kann.
Die Echtzeituhr sorgt dafür, dass das Display den Zeitpunkt des letzten Niesens anzeigen kann – auch wenn man die Nase zwischendurch aussteckt.

Nutzlos, aber wundervoll

Einen wirklichen Zweck erfüllt unsere Nase natürlich nicht. Sie misst nichts, sie steuert nichts und sie löst keine echten Probleme. Aber sie tut etwas anderes – und das ziemlich zuverlässig: Sie bringt Menschen zum Lachen. Und genau das war der Punkt: eine kleine Interaktion, die überraschend „lebendig“ wirkt, obwohl dahinter nur ein paar gut kombinierte Elektronik‑Bauteile stecken.

Fazit

Unser Projekt war vielleicht nutzlos im klassischen Sinne – aber definitiv wundervoll. Die Kombination aus 3D‑Druck, Lasercutting, Elektronik und einer guten Portion Unsinn hat gezeigt, wie viel Spaß in der Verbindung von Technik und Kreativität stecken kann.

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